Dämonen

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Im heutigen Sinne wird als Dämon (Geist) ein Wesen oder Gestalt bezeichnet, was nach allgemeiner Vorstellung Unheil über die Menschen bringt. In der ursprünglichen Bedeutung war ein „Geist“ ein neutrales, eher positives Wesen.

Die systematische Erfassung der Dämonen bezeichnet man als Dämonologie. Dort unterscheidet man zwischen einem Dämon und einem Monster.

Dämonen sind Mischwesen mit mindestens einem menschlichen Attribut.

* Harpyie (Vogelartiger Körper und Menschenkopf, bzw. umgedreht)
* Sphinx (Frauenkopf und Löwinnenkörper)
* Mantikor (Männerkopf mit Löwenkörper und Skorpionschwanz)
* Zentauren (Menschenoberkörper und Pferdeleib)
* Echidna (Schöne Frau mit Schlangenunterleib)
* Minotaurus (Stierkopf und Körper eines Mannes)

In Monster hingegen sind Fabelwesen mit unterschiedlichen tierischen Attributen.

* Greif
* Drachen
* Hydra
* Kerberos (Höllenhund)

Etymologie

Das Wort Dämon stammt vom griechischen Wort „Daimon“ ab. Dieses Wort bedeutete ursprünglich „Geist der Abgeschiedenen“ bzw. „den abgeschiedenen Geist der Verstorbenen“. Insoweit hatte dieses Wort eine positive Bedeutung. Die Seelen der Verstorbenen stellten im goldenen Zeitalter (Daimones) „eine Mittelstufe zwischen Göttern und Menschen, eine zweite Klasse niederer Götter” dar. Auch steht dieses Wort mit dem griechischen Wort „Daimonion“ in Verbindung, welches die Bedeutung „Schicksal“ bzw. „Gewissen“ hat. Erst im Mittelalter beakam das Wort „Dämon“ einen negativen Sinn und wird mit unangenehmen Vorstellungen in Verbindung gebracht.

Ägyptische Mythologie

Die ägyptische Mythologie hatte eine vielzahl von Dämonen, die auf der Erde, im Wasser und in der Luft zu finden waren. Auch in der sumerischen sowie in der babylonischen Mythologie wurden neben den himmlischen auch die an bestimmten Gegenden gebundenen und den tief unter der Erde Geistern verehrt.Darunter waren die Feuergeister, Lichtgeister, Feldgeister etc.

Griechische Mythologie

In der griechischen Mythologie ging man zunächst bei allen Naturphänomenen (Blätterrauschen im Wind, Zikadenzirpen usw.) davon aus, das es sich um Dämonen handelte. Später aber beschränkte man sich nur auf unerklärliche Phänomene (Gärung von Milch oder Alkohol, Verdunstung, Verwesung, Verwitterung, Alterung, etc.). Im alten Orient gehörten Dämonen zur Weltordnung. Von Krankheiten bis hin zum Tod wurden ihnen zugesprochen. Der griechische Epenschreiber Hesiod (etwa 700 v.Chr.) beschreibt in seinem Hauptwerk Theogonie den Glauben an ganze Scharen und verschiedene Klassen von Dämonen als Zwischenwesen zwischen den Göttern und den Menschen. Sie gelten als unsichtbare Wächter über Recht und Unrecht. Sie schweben um die Menschen herum und können sogar Reichtum und Macht spenden. Ausserdem gelten sie als Natur- und Elementargeister, können als Wohltäter oder Verderber dienen. In der neuplatonischen Philosophie (ab etwa 300 n.Chr.) versteht man Dämonen als Untergötter der Natur und als „weltschöpferische Mittelwesen” zwischen den hilfsbedürftigen Menschen und der Gottheit, wo sie vermitteln sollten. Die Philosophen haben diesen Glauben mit vielen einzelnen Beziehungen auf das Natur- und das menschliche Seelenleben (auch mit Übertragung auf die geheimnisvolle Geisterwelt der Verstorbenen) immer weiter ausgebildet. Besonders in zwei Richtungen trat derselbe hervor:

**Einmal waren die Dämonen als dienende Kräfte und begleitende Umgebung der einzelnen Kultusgötter gedacht (in welcher Anwendung sie häufig individuellere Gestalt und Namen annehmen).

**Andererseits waren nach Ansicht der damaligen Dämonologie die Dämonen den einzelnen Menschen (oder auch Völkern) zugesellte Geisterwesen, welche dieselben von der Geburt an auf allen ihren Lebenswegen begleiten. Die Einwirkung ‚dieser‘ Dämonen äußerte sich einmal zum Schutz und Heil, aber auch zum Schaden der Menschen. Daher nahm man später auch zwei Dämonen für jeden Einzelnen an: einen guten ‚und‘ einen bösen. Der allgemeine Glaube war aber auch, dass von dem Dämon jedes Einzelnen Gutes oder Böses kommen würde, dass der Dämon des einen mächtig oder wohlwollend, der des andern schwach oder übelwollend sei.

Sokrates spricht in diesem Glauben von seinem „Dämonion” als von einem guten Geist, welcher ihn von den ersten Jahren seines Lebens an begleitet und stets von Unrechtem abgehalten habe. Angelehnt an diese Vorstellung beschreibt Goethe den Dämon als Charakter des Einzelmenschen.

Persische Mythologie

In der persischen Mythologie werden die Dämonen den guten Geistern untergeordnet. In den avestischen Schriften ist heufig von Daevas die Rede, welche unheilvolle Wesen und die Gegen spielern zu den guten Yazata sind.

Zoroastrismus

Im Zoroastrismus entstand ein eigenständiger Dämonenglauben. Es entstanden Dämonen wie:

* Aeshma (Raserei)
* Agash (böser Blick)
* Aka Manah (böses Denken)
* Apaosha (Dürre)
* Astovidatu (Auflöser des Leibes)
* Drug (Lügendämonen)
* Nasu (Leichenhexe)

Christentum

Am Anfang des Christentums blieb der Glaube an die alten heidnischen Götter in Form von Dämonen bestehen. Auch glaubte man an altjüdische Vorstellungen. Die auf die Menschen stark Einfluss nehmenden bzw. auch durch Menschen gebannte „Mittelmächte“, stellte man sich als gefallene Engel oder als Giganten (Nephilim / Söhne der Engel und der Töchter der Menschen) vor. All diese Geister wurden als sehr böse betrachtet und waren den Menschen und dem Reich Gottes feindlich gesinnt. Ausserdem glaubten einige Menschen, sie wären die eigendlichen Verursacher von Erdbeben, Seuchen, Vulkanausbrüchen etc. Dämonen wurden auch für das gesamte Heidentum verantworlich gemacht, womit sie die Menschen verführt und in ihrer Gewalt behielten.
Der christliche Urglaube geht davon aus, dass um jede Menschenseele ein oder mehrere „Schutzgeister/Schutzengel” ihre beschützende Funktion ausüben. Diese „Schutzengel“ lassen nur solche Versuchungen und Verirrungen zu, die die Seele selbst bewältigen kann.
Nach heutiger christlicher Lehre sind Dämonen, gefallene Engel. Luzifer (der Leuchtende), der laut der Bibel von Gott als ein starkes, intelligentes und herrliches Engelswesen (Haupt aller Engel), mit dem Willen frei zu entscheiden, erschaffen wurde, hatte sich dazu entschlossen, sich Gott zu wiedersetzen. Seine Schönheit, Weisheit und Macht führten zu Hochmut und ER wollte Gott sein. Satan nahm seine Anhänger (ca. ein Drittel der Engel) und begann einen Krieg, der dazu führte, das Gott gewann und Luzifer in die Hölle verbannt wurde.

Altes Testament

In den alten Schriften der Hebräer spielen die Dämonen keine große Rolle. Dagegen drang der Glaube an Dämonen mit voller Macht in das jüdische Bewusstsein, während des jüdischen Exils in Babylon, wo der Zoroatrismus herrschte. Von nun an wurden die Geister in gut und böse und in mehrere Klassen unterteilt, mit Namen belegt und mit Ämtern betraut. An Krankheiten waren stets böse Dämonen schuld, insbesondere an Tobsucht, Epilepsie, plötzliches Stumm- oder Taubwerden und alle möglichen Geistesgestörtheiten. Dies waren die „Besessenen” oder „unsauberen Geister” des Neuen Testaments.

Römische Mythologie

Der Dämonenglaube in der römischen Mythologie entwickelte sich etwas anders. Griechische Ideen sowie orientalische Vorstellungen wurden in den Glauben mit aufgenommen. Hier erscheinen die Dämonen als so genannte Genien. Diese Vorstellungen wurden dann vom frühchristlichen Dämonenglauben übernommen.

Indische Mythologie

Einen festen Platz haben die Dämonen (Asuras) in der indischen Mythologie und im Hinduismus sind sie die Widersacher der Götter (Deva/Devas). Nach alt-indischem Glauben waren die Dämonen mal Götter und bei ihrer Erschaffung die Wahrheit und die Lüge als Gabe bekamen. Sie wurden dämonisiert, nachdem sie sich von der Wahrheit distanzierten und die Lüge bevorzugten. Es gibt 3 verschiedene Dämonengruppen:

* Daityas → riesige, titanenhafte Gestalten
* Danavas → Dämonen der Unterwelt
* Rakshasas → Nachtgeister, oft in Gestalt von Tieren (Geier, Eule, Hund, Tiger) oder in Gestalt Furcht einflößender Menschen

Islam

Im Islam nennt man Dämonen „Dschinnen“. Sie gelten als dämonische, aus dem Feuer geschaffene Wesen, die neben Engeln, Teufeln und Menschen eine eigene Bedeutung haben. Sie können sich unter die Menschen und normal unter ihnen leben. Böse Dschinnen gelten als Teufel (Shayatin). Oft erscheinen sie als Kriechtiere (Reptilien), schwarze Hunde und Windhosen. Dschinnen werden manchmal auch als positiv angesehen.

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