Engel

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Engel sind die Botschafter Gottes. In den drei großen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) gibt es diese Wesen. Sie sollen als Vermittler zwischen Gott und den Menschen fungieren. Sie sollen den Menschen seine sittlichen Lehren an die mMenschen weitergeben und seine Anordnungen ausführen.

In den wissenschaftlichen Interpretationen sind Engel rein geistige Wesen. Auf den meisten bildlichen Darstellungen sind sie jedoch menschlich und haben Flügel, was auf Darstellungen der persischen und altägyptischen Gottheiten zurückzuführen werden kann. Die Beschreibung von geflügelten, göttlichen oder gottgleichen Wesen in den Kulten der Isis und des Osiris sowie des Zoroastrismus könnten ein Ursprung der Engelsdarstellung sein.

Das religiöse Verständnis von Engeln ist jedoch den alten religiösen Texten (Tanach, Altes und Neues Testament und Koran) entnommen. Die modernen „Engelslehren“ sind auf diesem Verständnis aufgebaut.

Engel im Judentum

Im Judentum werden Engel (mal’ach) werden meist als übernatürliche Wesen gedeutet. Sie stehen Gott im Himmel zur Seite, werden aber deutlich von Gott unterschieden und sind ihm untergeordnet. Gelegentlich werden Sie von Gott zu auserwählten Menschen geschickt, um ihnen seinen Willen und Anweisungen mitzuteilen.

In der Überlieferung spielen Engel bereits bei der frühen Geschichte des Israelischen Volkes eine große Rolle. Mit der Tradition verschmilzt das Verständnis von Engeln mit den abrahamitischen Religionen. Jedoch ist die Erklärung über ihre geistig-spirituellen Welt nicht genau definiert.

Engel im Christentum

Lange hatte der Engelglaube im Christentum eine zentrale Bedeutung. Im Katholizismus und der christlichen Orthodoxie blieb die Verehrung von Engeln erhalten, wobei die reformierten Kirchen dieser Form von Religiosität skeptisch bis ablehnend gegenüber sind. Dennoch werden in den lutherischen Kirchen (Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK)) der Gedenktag des Erzengels Michael und aller Engel in den Gottesdiensten feierlich gestaltet. Die evangelisch-lutherische Kirchenagende (Gottesdienstordnung) enthält zudem eine spezielle Präfation (Einleitung des evangelischen Abendmahlgottesdienstes) zu diesem Gedenktag.

Außerkanonische Schriften (Henoch, Tobit)

Beschreibungen über Engel und Engellehren befinden sich ausserhalb der von jüdischen oder christlichen Experten anerkannten Hauptschriften ihrer Religion. Das Buch Henoch ist beispielsweise, welches wahrscheinlich aus den 3. Jahrhundert v.Chr. Stammt, Chronik, in der ausfühlich über eine „Reise die zehn Himmel“ und Engel, ihre Namen, ihre Aufgaben und ihre charakteristischen Eigenschaften berichtet wird. Vom Kirchenvater Hieronymus (4. Jahrhundert n.Chr.) wurden die Chroniken von Henoch den Rang einer heiligen Schrift aberkannt, da es sich um apokryphe Schriften handle.

Das Buch Tobit, vermutlich aus dem 2. Jahrhundert vor Christus, beschreibt das Wirken des Erzengel Raphael.

Art und Ordnung der Engel

Die Bibel erwähnt verschiedene Arten von Engeln, dennoch ohne klare Hierarchie. Die Anhänger aller drei abrahamitischen Religionen entwickelten jedoch verschiedene Ausführungen von Engelhierarchien. Diese werden alle vom Schöpfergott beherrscht.

Ehrung von Engeln

Engeln steht nach Aussagen der Bibel die Anbetung nicht zu. (Offenbarung des Johannes 19,10; 22,9)
Im 1. Korinther (1 Kor 6:3) wird gelehrt, das die Heiligen (alle Gläubigen) die Engel richten werden. Die, welche aber würdig sein werden, gelobt Jesus, werden wie die Engel sein. (Lukas 20:35-36) Paulus lehrt ausdrücklich den Übergang des irdischen in den unsterblichen Leib. (1Kor 15:51)

Weibliche Engel

Meistens werden Engel als geschlechtslose Wesen erklärt. Einige von ihnen werden jedoch als junge Männer beschrieben. Das es auch weibliche Engel gibt, könnte Sacharja 5:9 und 1. Kor 11:10 den Schluss zulassen, da dort von Weibern mit Flügeln die rede ist. Das jedoch die Engel zu emotionalen Reaktionen fähig sein könnten, steht aber mit der Vorstellung vom Engel als „reines Wesen“ im Konflikt.

Emanuel Swedenborg beschreibt in seinem Werk “Die eheliche Liebe“, dass aus der Seele eines Mannes und der Seele einer Frau durch die Ehe im Himmel ein geschlechtsloser Engel erschaffen wird.

Eine angebliche Sexualität der Engel und der auferstandenen Menschen, wie sie die Sadduzäer vermuten, wird von Jesus widerlegt. Im Markusevangelium lesen wir: „Irrt ihr nicht deshalb, weil ihr die Schriften nicht kennt? Denn wenn sie aus den Toten auferstehen, heiraten sie nicht, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie die Engel im Himmel.Was aber die Toten betrifft, dass sie auferweckt werden: Habt ihr nicht im Buch Moses gelesen, wie Gott beim Dornbusch zu ihm redete und sprach: Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs! Gott ist nicht Gott von Toten, sondern von Lebenden. Ihr irrt sehr.“ (Markus 12, 25- 27)

Angelologie in moderner Theologie

Die traditionelle dogmatische Disziplin der Angelologie findet heute meist wenig Beachtung. Im 20. Jh. haben sich zum Thema u.a. Karl Barth, Karl Rahner, Leo Scheffczyk, Ludwig Ott, Herbert Vorgrimler, Thomas Ruster und Johann Ev. Hafner geäußert.

Engel im Islam

Engel (al-Mala’ika) sind im Islam die Boten Allahs, die den Propheten seine Offenbarungen übermitteln (Sure 2:98-99). Der Glaube an Engel existierte bereits im vorislamischen Arabien und wurde in die Glaubesvorstellung des Islam integriert. Die Existenz und der Glaube an Engel ist im Islam sehr wichtig. (Sure 4:136)

Der Engel Moroni und das Buch Mormon

Die Mormonen, Anhänger der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, versteht unter einem Engel einen Boten Gottes. Dieser Engel ist aber kein höheres Wesen wie im christlichen Sinne. Er kann ein Geist eines noch nicht geborenen oder schon verstorbenen aber noch nicht auferstandenen Menschen sein, ein Auferstandener, seltener aber auch ein Mensch während seines sterblichen Lebens.
Der Prophet Moroni soll dem Religionsgründer Joseph Smith als Engel erschienen sein. Das von ihm veröffentlichte Buch Mormon ist aber die einzige Quelle über die angebliche Existenz von Moroni.

Engellehre und der Engel Johannes der Kirche Christi mit der Elias-Botschaft

Die Kirche Christi mit der Elias-Botschaft geht auf das Buch Mormon zurück. Weiter ist für sie der auferstandene Johannes der Täufer als Engel zwischen 1927 und 1994 zwei Kirchenmitgliedern erschienen und hat „Das Wort des Herrn“ gebracht.

Der Engel im New Age und Esoterik

In einigen modernen spirituellen Bewegungen werden bestimmte Lichtgestalten als Engel bezeichnet, welche aber mit der traditionellen Bedeutung nicht viel zu tun hat. In der Isoterik sind sie Wesen die sich grudsätzlich von uns Menschen unterscheiden. Sie sind nicht in der Lage zu lügen. Diese Engel stehen Gott näher als alles andere und vollziehen seinen Willen. Durch Gebete sowie durch reine Gedanken können sie um Hilfe gebeten werden.

Höllen-Engel, „Gefallene Engel“ Luzifers

Im biblischen Verständnis über die Hölle und Höllenengel ist Luzifer, der Höllenfürst, ein gefallener Engel. Er und weitere ehemaligen Engel wollten sich der göttlichen Herrschaft nicht mehr unterordnen. In den verschiedenen Religionen aber auch in einigen Mythologien gibt es verschiedene Gründe, weshalb Luzifer aus dem Himmelreich verstoßen wurde.

Bildliche Darstellungen von Engeln

Einer der frühesten bildlichen Darstellungen von Engeln befindet sich in Berichten in der Bibel ( 2. Chronik 3:10-13 ; Datum der Niederschrift ca. 5 Jhdt vor Chr.). Den Tempel Salomos schmückten zwei Engelsskulpturen, die mit Flügeln dargestellt wurden. Die Größe sowie der Aufbau werden genau beschrieben.

Auch in alt-ägyptischen Bilder finden sich Engelsgleiche Darstellungen. Sie stellen meist weibliche Gottheiten mir angedeuteten oder tatsächlichen Schwingen dar. In dieser Art beispielsweise werden Isis und Nephthys verkörpert, wo die Flügel aber meist nicht am Rücken, sondern in Form von Federn an den Armen dargestellt sind.

In der Kunst des frühchristlichen 3. Jahrhundert, wie sie in den Priscilla-Katakomben Roms zu sehen sind, werden Engel noch als flügellose Jünglinge dargestellt, wo der „Bote Gottes“ nur als Kontext der Figuren zu sehen ist. Damit wird jeglicher Ähnlichkeit mit den geflügelten Wesen der Antike aus dem Weg gegangen. Dabei beschreiben die christlichen Schriftsteller dieser Epoche Engel schon als geflügelte Wesen, aber die Kunst begann erst über ein Jahrhundert später sie mit Flügeln zu versehen und sind noch mit einer weissen Tunika gekleidet.

In der Kunst der Gotik werden Engel, beeinflusst durch byzantinischer Darstellungen, in prachtvollen Gewändern oder schlichte Mönchskutten abgebildet. Sie bekommen mächtiger Schwerter und ein Heiligenschein zeigt ihre Lichtgestalt. In den Darstellungen zur Apokalypse sind Engel als Helfer beim Weltgericht vor allem in der Spätgotik zu finden, auch Darstellungen von Erzengeln als kämpferische Schutzpatrone in zeitgenössischer Rüstung.

In den Bildern der Renaissance sind Engel meist als „kleinkinder mit Flügeln“ oder der Erzengel Gabriel, aber auch erwachsene Engel mit weiblichen Gesichtszügen, zu sehen.

Im Barock werden Engel wieder sehr Prachtvoll dargestellt. Ausserdem werden die auf hellenistische und byzantische Vorbilder zurückgehende Kinderengel (Putten) sehr populär. Die Darstellungen gehen von mit Gold verzierten Fresken bis hin zu farbenfrohe Gemälde.

Engeldarstellungen haben eine lange Tradition, die bis heute anhält. Vor allem in der christlich-religiös orientierter bildender Kunst waren sie stehts präsent. Sogar in Illustrationen aus islamisch geprägten Kulturen wurden Engel gefunden. In der modernen Welt sind Engeldarstellungen aber zumeist als Motive in Form von Weihnachtsengeln, Schutzengelbild oder der Blaue Engel zu finden. In der Regel haben diese aber kaum noch einen Bezug auf den ursprünglichen Glauben.

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